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Thema: Eichen weichen...
sunset (offline)
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Deutschland
icon1   Eichen weichen... #1 Datum: 16.05.2008, 17:29  

Giftige Raupe gefährdet die Gesundheit

Rote Pusteln, Jucken am ganzen Körper, tränende Augen:
Diese Leiden können durch kleine Raupen ausgelöst werden - die Larven des Eichenprozessionspinners.
Die gefährlichen Tierchen lauern auch in diesem Jahr wieder in Wäldern, auf Spielplätzen oder Freibädern.
Beim Häuten verlieren sie ihre Gifthärchen.
Treffen diese Kinder, Spaziergänger oder Jogger, drohen schlimmstenfalls heftige Hautausschläge,
Fieber, Bindehautentzündungen oder sogar Atemnot.
In den vergangenen Jahren haben sich Eichenprozessionspinner immer weiter ausgebreitet und gelten mittlerweile als eine Plage.
"Wir gehen davon aus, dass sie sich im gesamten Bundesgebiet weiter ausbreiten",
sagt Norbert Geisthoff, Waldschutzberater beim Landesbetrieb Wald und Holz in NRW.



Gifthaare fliegen umher

"Die Larven sind auch dieses Jahr schon an den Stämmen", sagt Geisthoff.
Jedes Jahr im Mai schlüpfen die Larven des Schmetterlings.
Dann besiedeln sie massenhaft Eichen und fressen dort bis in den Juli hinein die Blätter.
Ihr Erkennungszeichen: "Meist sieht man die Raupen im Gänsemarsch am Stamm hintereinander entlang kriechen - wie auf einer Prozession.
Daher der Name", sagt der Experte. Das tierisch Tückische: Während ihrer Häutung sondern die Tiere giftige Härchen ab,
die sich überall im Wald verteilen.
Durch Wind fliegen die winzigen Haare mitunter sehr weit.

Gespinste aus dem Vorjahr

Besonders häufig kommen die Raupen in Waldrändern oder Alleen vor.
"Sitzen die Tiere auf den Blättern kann man sie nur schwer erkennen", sagt der Experte.
Auch auf Parkplätzen von Autobahnen, Spielplätzen oder in Hecken besteht Gefahr.
"Personen, die sich häufig draußen aufhalten, zum Beispiel Wanderer und Jogger, sollten aufmerksam sein und gezielt auf die so genannten Gespinstnester achten",
rät Geisthoff. In diesen 20 bis 100 Zentimeter langen Nestern sitzen nämlich die Häutungsreste und somit viele giftige Härchen.
Die mit weißen Fäden durchzogenen Gespinste liegen am Stamm oder in Astgabeln von Eichen und werden im Juni gebildet.
"Doch selbst wenn die Befallsnester aus dem letzten Jahr stammen, können sie Hautreizungen verursachen",
so der Schädlingsexperte.



Asthma-Anfälle und gereizte Augen

Kommen Menschen mit den Härchen in Berührung, können sie sich in die Haut bohren.
"In den Härchen ist das Eiweißgift Thaumetoporin enthalten, das dann die Hautausschläge hervorruft",
erklärt Professor Harald Maier, Dermatologe an der Uni Wien.
Gegen diese so genannte Raupendermatitis helfen Kortisonpräparate.
Besonders riskant: Die Haare können zudem in die Augen oder die Atemwege gelangen.
So rufen sie schlimmstenfalls Augenentzündungen oder Bronchitis und Asthma-Anfälle hervor.
Der Arzt behandelt diese mit Kortisonsprays oder speziellen Infusionen.
"Lebensbedrohliche Symptome wie Atemnot sind bei Personen denkbar, die allergisch reagieren,
jedoch wurde bis jetzt nur ein solcher Fall beschrieben", sagt Maier.



"Sie breiten sich immer weiter aus"

Seit den vergangenen Jahren breiten sich die Raupen immer weiter aus.
Kamen die Tiere zunächst vor allem in Bayern vor, gibt es sie inzwischen auch in Nordrhein-Westfalen,
Rheinhessen, Baden-Württemberg und der Pfalz. "
Seit den 90er-Jahren breitet sich der Schädling durch bestimmte Witterungsbedingungen in Deutschland, Österreich und den Niederlanden immer weiter aus",
sagt Waldschutzberater Norbert Geisthoff.
Ganze Waldregionen mussten im vergangenen Jahr abgesperrt werden, Feuerwehren befreiten
Bäume von den Raupennestern , Freibäder und Spielplätze wurden geschlossen.

Kampf den Raupen - von oben und unten

Das Problem: "Es gibt keine bundesweite Bekämpfungsstrategie, wie zum Beispiel in den Niederlanden", sagt Geisthoff.
Dort wurden Bundesmittel zur Verfügung gestellt, der Befall ist inzwischen zurückgegangen.
Hierzulande gehen die Kommunen gehen die Raupen-Plage vor: Vorbeugend waren in Nordrhein-Westfalen und Bayern bereits Hubschrauber mit Spritzmitteln im Einsatz.
"Werden chemische Präparate eingesetzt, handelt es sich um biologische Mittel, die dazu führen, dass die Raupen sterben",
so der Experte. Je später im Jahr man gegen die Schädlinge vorgeht, desto schwieriger wird es.
"Dann müssen mechanische Mittel eingesetzt werden - wie etwa Abkratzen, Absaugen oder Abbrennen.
Ganz verhindern kann man sie natürlich nicht".

Eichen meiden

Der einzige Schutz vor den Gifthärchen ist, sich nicht in den betroffenen Gebieten aufzuhalten.
"Da die Tiere nur auf Eichen vorkommen, heißt es Waldbestände mit Eichen zu meiden",
rät Professor Alfred Wulf von der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Braunschweig.
Besorgte Bürger können sich auch an lokale Behören und Forstämter wenden, um zu erfahren,
welche Gebiete in der Nähe von den Raupen befallen sind.
Ende Juli verpuppen sie sich und verwandeln sich in völlig ungefährliche Schmetterlinge.
Doch die gefährlichen Nester bleiben übrig und stellen weiterhin eine Gefahr dar.
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